Brot und Brötchen im Elektroherd funktionieren nicht wirklich richtig gut. Daher musste ein holzgefeuerter Steinbackofen her. Vor zwei bis drei Wochen habe ich mit dem Bau angefangen.
Der Backofen
Bevor ich auf das Fundament zu sprechen komme, vielleicht erstmal ein paar Erläuterungen zu meiner "Vison" von einem Backofen.
Im Internet finden sich einige Bauanleitungen zu Holzbacköfen / Steinbacköfen:
- Steinbackofen von Heribert Jung
- Bauanleitung von Steffan Mau
- Ein Steinbackofen von Frank Lechtenberg
- Brotbackofen der Rudolf-Steiner-Schule Bergedorf
- steinbackofen-schlemmerei.de
- Der Hobbythek Steinbackofen (Zum archivieren der Bilder haben wohl die GEZ-Gebühren nicht mehr gereicht, aber im Web-Archiv sind diese noch zu finden.)
Ein Buch zum Thema gibt es auch: "Holzbacköfen im Garten. Bauanleitungen für Lehm- und Steinöfen" von Claudia Lorenz-Ladener, ISBN 3922964699
Nach langem Hin und Her Überlegen habe ich mich für einen länglichen Backraum aus Schamottesteinen entschieden. Dieser ist überdacht und von einer Mauer umgeben. Die Zwischenräume zwischen Backraum und Außenmauer sollen mit Isolierung gefüllt werden. Das ganze sitzt auf einer Betonplatte, die auf einem Unterbau liegt, der gleichzeitig als Lager für Brennholz dient. Das Ofenrohr befindet sich über dem Backraumeingang und kann durch einen Schieber verschlossen werden. Die Backraumtür soll aus Beton oder eingefassten Schamottesteinen gebaut werden - da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Angebohrte Kupferrohre im Inneren des Backraumes sollen das Erzeugen von Schwaden ermöglichen
An einer detaillierten Skizze arbeite ich gerate, die Abmessungen stehen aber schon in etwa fest. Der Backraum wird eine Grundfläche von 570mm x 970mm und eine Höhe von 420mm haben Die umgebende Mauer wird eine Fläche von 1,5m x 1,5m beanspruchen. Um noch etwas Platz für eine Hohlkehle zu haben, ist das Fundament mit 1,58m x 1,58m konzipiert, womit wir auch schon beim ersten Bauabschnitt - dem Fundament - angekommen sind.
Das Fundament
Zunächst mal ist ein geeigneter Standort zu suchen. Es sollte ausreichend Abstand zum Nachbargrundstück vorhanden sein und die vorherrschende Windrichtung sollte den Rauch nicht gerade in das Wohnzimmerfenster des Nachbarn tragen. Wer das ganze eine Nummer größer baut, braucht ggf. eine Baugenehmigung.
Ist ein geeigneter Platz gefunden, kann die spätere Fundamentgrube mit den Abmessungen 1,58m x 1,58m mit vier Schnüren abgesteckt werden. Die Pflöcke sollten dabei mindestens 20cm Abstand zum Fundament haben, sodass die Kreuzungspunkte der Schnüre die Ecken des Fundaments markieren.
Nun geht es ans Ausheben. Das Fundament soll später eine 20 cm Kiesschicht und eine 15cm Betonplatte bilden, sodass man ca. 35cm tief ausschachten muss. Bei einem sehr lockeren Untergrund sollte statt eines reinen Plattenfundamentes eventuell ein etwas tieferes Streifenfundament in Betracht gezogen werden.
Nach dem Ausschachten muss aus 15cm breiten Brettern eine Verschalung mit den Innenmaßen 1,58m x 1,58m gebaut werden. Diese wird in die Fundamentgrube eingesetzt und mit Steinen so fixiert, dass die Oberkanten eine waagerechte Fläche bilden, die mit der Erde abschließen oder etwas darüber hinaus schauen. Ggf. muss die Fundamentgrube an den Seiten noch erweitert werden, damit die Verschalung passt.
Im nächsten Arbeitsschritt soll die Fundamentgrube bis zur Unterkante der Verschalung mit Kies aufgefüllt werden. Dieser soll später das Aufsteigen von Feuchtigkeit verhindern und einen frostsicheren Untergrund bilden. Dazu sollte der Kies nicht zu fein sein. Abschließend muss der Kies mit einem selbst gebauten Stampfer ordentlich verdichtet werden.
Nachdem die Verschalung nochmal ausgerichtet wurde, wird über den Kies eine etwas stärkere PE-Folie als Sperrschicht gelegt. Diese kann in der Verschalung an den Seiten hochgezogen werden und an den Brettern angetackert. So lässt sich die Verschalung später leicht lösen. An den Ränder wird die Verschalung mit Steinen gestützt, damit diese sich später nicht durch den Druck des Betons nach außen wölbt.
Für die Betonplatte werden 0,375 m³ Beton benötigt. Das entspricht ca. 19 Sack fertig gemischten Beton à 40kg. In der Tat sind wir auch mit exakt 19 Sack Betonestrich ausgekommen und haben zu zweit, ohne Betonmischer knapp 6 Stunden gebraucht. Die alte bulgarische Bohrmaschine mit Betonquirl hat beim Mischen gute Dienste geleistet. Es ist trotzdem gut, wenn man einen Vater hat, der für sowas zu begeistern ist und mithilft! Nach der Hälfte bis zwei Dritteln sollten Baustahlmatten zur Armierung eingelegt werden. Ggf. müssen kleine Steine diese auf Abstand halten, damit sie nicht nach unten wegsinken. Ich selbst habe lediglich verzinkte Estrichmatten eingelegt. Die sind nicht viel stärker als ein Maschendrahtzaun, aber ich hoffe es reicht. Dafür gab es auf die Estrichmatten 20 Jahre Garantie. Wenn mein Backofen bis dahin also in sich zusammenfällt, kann ich sie wieder umtauschen :-)
Wem das zu viel Arbeit ist, der sollte sich einen Betonmischer leihen oder am besten Fertigbeton bestellen. Aber es geht auch manuell - und nach 6 Stunden weiß man, dass man was geschafft hat!
Der Beton sollte zwischendurch immer mal wieder mit einem Stampfer verdichtet werden. Am Ende wird er direkt an der Oberkante der Verschalung abgezogen, sodass ein schöne plane Fläche entsteht.
Ein kleiner Zaun und ggf. eine Überdachung sollten das Fundament in den ersten zwei Tagen vor externen Einflüssen wie Regen, streunenden Katzen oder wie in unserem Fall neugierigen Laufenten schützen.
Nach 1-2 Wochen sollte das Fundament fest genug sein, um mit dem Unterbau zu beginnen. Die Verschalung kann ruhig länger dran bleiben.
Wie es weitergeht erfahrt ihr also in zwei Wochen. Bis dahin habe ich Zeit, meine Bauskizzen zu vervollständigen.
Material:
- Bretter für Verschalung
- ca. 0,5m³ Kies
- 19 Sack Beton-Estrich - 1,58 Euro/Sack = 30,02 Euro
- Zwei Estrichmatten 1x2m = 5,58 Euro
- PE-Folie




