Nach einigen Wochen Bauzeit wurde es nun Zeit für die erste Feuertaufe.
Bevor der Ofen voll auf Touren gebracht wird, sollte er zunächst drei mal angefeuert werden. Die Temperatur soll dabei immer etwas gesteigert werden.
Beim ersten Anfeuern hatte ich den Ofen mit drei Holzscheiten auf ca. 150° gebracht. Beim nächsten Mal dann auf 250° und zu guter Letzt auf über 300° Grad. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass ich das Thermometer herausnehmen kann. Denn wenn das Feuer richtig brennt, wird die Maximaltemperatur von 500° schnell überschritten. Eventuell wäre ein Thermometer mit mindestens 700° die bessere Wahl gewesen.
Wie zu erwarten war, haben sich auch schnell die ersten kleinen Risse gezeigt. Besonders betroffen war die obere Nahtstelle zwischen Rückwand und Gewölbebogen. Trotz der kleinen Risse ist der Ofen jedoch dicht,sodass kein Grund zur Sorge besteht. Gegebenenfalls können die Risse mit etwas Schamottemörttel geschlossen werden.
Da mir das Feuerholz zu schade war, um es nur so zum Spaß abzufackeln, hatte ich mit dem dritten Versuch auch schonmal zwei Brote reingeschoben. Da ich noch nicht wusste, ob sie vielleicht verkohlt wieder rauskommen, griff ich zunächst auf Backmischungen aus dem Supermarkt zurück. Leider war eine wohl schon etwas überlagert und der Teig ging garnicht erst auf. Das andere Brot ist jedoch auf Anhieb recht gut gelungen. Durch die gleichmäßige Hitze im Backofen hatte es eine sehr schöne Kruste und war auch von unten gut durch, was mir im Elektroherd noch nie richtig gelungen ist.
Danach war sogar noch genug Hitze da, um einen Mandelkuchen zu backen.
Inzwischen habe ich die Außenmauer bis zwei Reihen über das Schamottegewölbe hochgezogen und den Innenraum mit 20cm starker Rockwool Steinwolle isoliert. Zwischen Isolierung und Außenwand sollte ein Luftspalt bleiben, damit der Wasserdampf nach oben entweichen kann. Gegenfalls müssen Holzlatten hier für den nötigen Abstand sorgen.
Heute kam der Ofen dann auch schon zum vierten Mal zum Einsatz. Diesmal habe ich zwei Dutzend Brötchen und zwei aus getrocknetem Sauerteig selbst hergestellte Brote gebacken. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Familie und Nachbarn waren begeistert, auch wenn hier und da sicher noch etwas Feintuning von Nöten ist. Ein Bäckermeister wird man halt nicht von heute auf morgen.
Als nächstes steht das Dach auf dem Plan. Einen konkreten Plan habe ich dafür noch nicht. Mal sehen, was dabei heraus kommt.






1 day later:
Hallo Tobias,
ich plane für dieses Jahr auch einen Backofen zu bauen, allerdings als Kombi mit Gartenkamin in dem man auch grillen kann. Insofern kommt mir dein detaillierter Baubericht genau recht. ;-) Gespannt bin ich auf das Dauch und wie der Ofen fertig aussieht...
Du schreibst daß Du zum heizen Buche verwendest - hast Du irgendwelche Informationen ob auch Nadelhölzer zum heizen geeignet sind und ob die verwendete Holzsorte einen Einfluß auf Geruch oder Geschmack der Brote hat? Ich hab im Inet schon viel über Steinbacköfen gefunden, dazu fand ich bisher nix...
1 day later:
Gemeinhin wird immer Laubholz bevorzugt (Birke, Buche, Ahorn, Eiche, Esche). Laut dem Buch "Holzbacköfen im Garten" wird vereinzelt aber auch mit Stubbenholz (z.B. Kiefer) geheizt. Laubholz hat i.d.R. jedoch einen höheren Brennwert. Ich denke bei Nadehölzern könnte das Harz auch einen leicht anderen Geschmack geben. Wobei ich bei meinen zwei Versuchen bisher festgestellt habe, dass eigentlich kaum ein "Holzgeschmack" festzustellen ist, da die Glut komplett aus dem Backraum entfernt wird. Das könnte anders aussehen, wenn man z.B. eine Pizza bäckt und die Glut nur nach hinten schiebt um mehr Hitze zu haben.