Backofen - Der Unterbau

Mauer_unterste_reihe
Mauer_nach_dem_ersten_tag
Mauer_eingang
Grundplatte_verschalung
Grundplatte_armierung
Grundplatte_beton
Unterbau_von_vorne
Unterbau_von_hinten
Mauersperrbahn
Mauersperrbahn

Über Ostern ging es auf der Backofenbaustelle wieder etwas voran. Gemessen an den Höhenmetern ist der Backofen nun schon fast zur Hälfte fertig, auch wenn sicher erst ein Drittel der Arbeit geschafft ist.

Lange habe ich darüber gegrübelt, welches Material ich für den Sockel verwenden soll. Dieser soll die Grundplatte für den Backofen tragen und gleichzeitig als Lager für Brennholz dienen. Klinkersteine sind recht teuer, Porenbeton nicht sehr witterungsfest und nackte Betonsteine nicht besonders hübsch. Letztendlich fiel die Entscheidung zu Gunsten von Ziegelsteinen (Klinker) im NF-Format (240 x 115 x 71) aus. Leider haben die weder Globus, Praktiker, Marktkauf noch OBI im Angebot. Einzig der Knothe Baustoffmarkt blieb übrig und dort sollte ein Verblendklinker 70-80 Cent kosten. Auch mit ausgehandeltem Rabatt war der Preis aber noch zu happig. Günstiger waren die Kanalklinker für knapp 51 Cent. Im Gegensatz zu den Verblendklinkern sind diese zwar massiv, aber nach den selben DIN-Normen frostbeständig und auch optisch vollkommen ok.

Rechtzeitig zu Ostern wurden die Kanalklinker geliefert, sodass wir die Feiertage nutzen konnten, um unsere bis dahin noch nicht vorhanden Fähigkeiten als Maurer unter Beweis zu stellen. So haben wir zu zweit dann auch insgesamt knapp drei Tage für das Hochziehen der Mauern gebraucht.

Gebaut wurde im so genannten "Läuferverband". D.h. die Steine wurden in Längsrichtung zu einer 115 mm starken Mauer verbaut. Wichtig ist, dass die Steine immer um einen halben Stein versetzt gemauert werden. Da eine umlaufende Mauer entsteht, mussten nur am Eingang Steine halbiert werden. Der Unterbau soll eine Fläche von 1,5 m x 1,5 m haben und ca. 70 cm hoch werden. Dafür werden knapp 190 Steine benötigt.

Unter der ersten Mauerschicht muss eine Mauersperrbahn eingebracht werden, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit zu verhindern. Diese gibt es in der passenden Breite von 115 mm im Baumarkt. Auf dem Betonfundament werden zunächst die Außen- und die Innenkanten der Mauer aufgezeichnet. Das Spannen von Schnüren hat sich als unpraktisch erwiesen. Seite für Seite wird auf diesen Markierungen eine Schicht Mörtel aufgetragen, die Mauersperrbahn aufgelegt und darauf wieder Mörtel verteilt, bevor die Steine gesetzt werden. An den Ecken müssen sich die Mauersperrbahnen überlappen. Auf diese Weise wird die unterste Mauerschicht einmal rundrum gebaut und mit Anschlag, Winkel und Wasserwaage so gut es eben geht ausgerichtet. Der Mörtel zieht recht schnell an, sodass man nie mehr als eine Seite am Stück setzen sollte.

Die nächste Schicht beginnt man zunächst mit den Ecksteinen. An jeweils zwei Ecken gleichzeitig wird Mörtel aufgetragen (ca. 1 cm Fugenbreite) und die Steine werden mit der Wasserwaage und einem entsprechen langen Anschlag horizontal und vertikal ausgerichtet. Sind alle vier Ecksteine gesetzt, folgen Seite für Seite die übrigen Steine. Erst den Mörtel auf die untere Reihe auftragen, dann einen Klacks Mörtel auf das Ende des Steins und den Stein mit einer Fugenbreite von ca. 1 cm daraufsetzen. Da die Ecksteine schon ausgerichtet sind, ist das recht einfach. Es ist nicht so schlimm, wenn ein Stein mal nicht ganz in der Waage ist oder ein paar Millimeter zu tief sitzt. Mit der nächsten Mauerschicht kann das wieder ausgeglichen werden. Wichtig ist nur, dass die Steine in der Senkrechten möglichst gerade sind.

Am einfachsten fand ich das Ausrichten der Steine, wenn ich zuvor ordentlich viel Mörtel auf die untere Reihe aufgebracht habe. Was an der Seite raus quillt, streift man dann sofort mit der Kelle ab. Durch kleine Schläge mit dem Griff der Kelle kann man den Stein gut ausrichten.

Spätestens nach einer Stunde sollten die Fugen 5-10 mm tief ausgekratzt werden, um sie später mit weißem Fugenmörtel auch optisch ansprechend hervorheben zu können.

Auf der Vorderseite soll die Mauer eine Öffnung von ca 52 cm haben. Dort wird nur die unterste Reihe durchgehend gemauert. Darüber bleiben in der Mitte mindestens zwei Steine frei. Die Vorderseite wird erst ganz zum Schluss fertig gemauert.

Nach neun Reihen ist die richtige Höhe erreicht. Die Öffnung soll ca. 50 cm hoch sein und einen kleinen Mauerbogen haben, da ich ich nicht extra einen Sturz einbauen wollte. Dazu habe ich mir einfach aus Pappe kleine Quadrate entsprechend den Maßen der Klinkersteine ausgeschnitten (ca 71 x 80) und diese auf einem Blatt Papier zu einem Bogen angeordnet (Fugen nicht vergessen!). Den Bogen habe ich dann auf ein Styrodurplatte übertragen, ausgeschnitten und in die Vorderseite der Mauer eingepasst. So konnte der Mauerbogen problemlos gemauert werden. Das Zuschneiden der Steine war jedoch nicht ganz einfach und mein Vater hatte danach ein gesunde rote Gesichtsfarbe :-) Etwaig übrig geblieben Ziegelbruchstücke können später beim Bau des Backraums wiederverwendet werden, um dem Schmaottegewölbe in den breiten Fugen etwas mehr Stabilität zu geben.

Nachdem die vier Mauern stehen, ist die Grundplatte dran. Diese wird, wie das Fundament, aus Beton gegossen und soll ca. 8 cm stark sein. Innerhalb der Mauern werden dazu Spanplatten eingesetzt, die nach unten hin abgestützt werden. Die Platten können ruhig 3-4 cm tiefer sitzen. An den Seiten und hinten bilden Bretter eine Verschalung, deren Oberkante später mit der Oberfläche der Betonplatte abschließen soll. Vorne soll die Betonplatte in einem Bogen 15-25 cm über die Mauer hinausragen. Dazu wird zunächst aus einem entsprechend breiten Brett ein Bogen ausgeschnitten. Das Brett wird dann mit den Seitenbrettern verschraubt und ebenfalls nach unten abgestützt. Ein Aluminiumblechstreifen bildet die vordere Wandung der Verschalung. Aufgeschraubte Dachlatten sollen es später ermöglichen, die Seitenbretter nochmal seitlich abzustützen.

Die Armierung für die Grundplatte sollte nicht zu schwach dimensioniert sein, da die Temperaturschwankungen beim Backen sonst zu unerfreulichen Rissen führen könnte. Wir haben dazu einfach ein Skelet aus Vierkantprofilrohr, T-Profilen und Stahlstreben geschweisst. Darüber kam noch eine Estrichmatte aus dem Baumarkt.

Nun folgt das selbe Spiel wie zu Anfang - jede Menge Betonestrich mischen. Diesmal waren exakt 14 Sack á 40 kg nötig. Zum Verdichten haben wir uns diesmal vom freundlichen Nachbarn einen Innenrüttler ausgeliehen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn wir haben festgestellt, dass sich beim Verdichten die Armierung langsam anhebt. Sie schwimmt sozusagen oben. Eventuell sollte die Armierung daher zuvor mit dünnem Draht in den Bodenplatten verankert werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nach drei Tagen konnte die Verschalung runter und die Grundplatte macht einen stabilen Eindruck. Der Rand wurde mit Zementmörtel lediglich etwas ausgebessert und verputzt.

Hier noch eine kleine Materialliste:

  • 190 Stück Klinkersteine NF-Format 240 x 114 x 71 (ca. 95 Eur, Lieferung für eine ganze Palette mit 364 Steinen 23 Euro)
  • 4 Sack Maxitmur 958 Trassenzement á 40 kg (ca. 19 Euro)
  • 14 Sack Betonestrich á 40 kg (ca 28 Euro)
  • 2 Estrichmatten 200 x 100 (6,98 Euro)
  • 2 MSB Verlegeplatten (9,22)
  • 6 Dachlatten (4,20 Euro)
  • Bretter für die Verschalung
  • Armierung (Baustahlmatten o.ä.)

Posted in | Posted on 19 Apr 2007 09:44by Tobi | no comments

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